Mit dem Titel ngasal maku— „mein Zuhause“ in der Tayal-Sprache — entstand die Ausstellung aus einer semesterlangen Zusammenarbeit zwischen indigenen Tayal-Kindern und Studierenden der Nationalen Kunstuniversität Taipeh, von denen viele selbst einen indigenen Hintergrund haben. Der Eröffnungstag wurde zu einem gemeinsamen Moment des Zusammenkommens: Tayal-Gemeindemitglieder nahmen teil und trugen Lieder vor, die den Raum mit Erinnerung und Präsenz füllten. Vertreter des Ministeriums für Forstwirtschaft waren ebenfalls als Co-Sponsoren des Kunstprogramms anwesend. Ihre Präsenz hatte besondere Bedeutung. Historisch stand das Ministerium für staatliche Macht, die die Tayal gewaltsam ihrer Waldgebiete beraubte. Das gemeinsame Eintreten für diese Ausstellung bedeutete einen fragilen, aber bedeutsamen Schritt in der fortlaufenden nachkonfliktären Beziehung zwischen dem Tayal-Volk und dem taiwanischen Staat.