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Hamsun durch sámi Gegenstimmen lesen

Bei den diesjährigen Hamsun-Tagen rückten Sámi-Perspektiven in den Mittelpunkt der Diskussionen über Knut Hamsun, Literatur und Geschichte. Von einem zeitgenössischen sámi Soundtrack bis hin zu Gesprächen über Selbstrepräsentation eröffnete das Festival neue Zugänge, um Hamsuns Vermächtnis zu lesen.

Das Hamsun-Zentrum Foto: Britt Kramvig

Projektmitglied: Britt Kramvig

Veröffentlicht: 18.08.2026

Sámi-Perspektiven im Zentrum der Hamsun-Tage

In diesem Jahr rückten die Hamsundagene (das Hamsun-Tage-Festival) Sámi-Perspektiven in den Mittelpunkt ihres Programms. In Diskussionen, künstlerischen Projekten und Film eröffnete das Festival Raum, um Sámi-Figuren in Knut Hamsuns Büchern, die Geschichte der Norwegisierung, Minderheitensprachen und Fragen der Sámi-Selbstrepräsentation zu erkunden.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel war die Vorführung des Stummfilms Wachstum der Erde (Markens grøde), dem von Ednama Sjatto ein zeitgenössischer sámi-samischer Soundtrack gegeben wurde. Die Verbindung schuf einen kraftvollen Dialog zwischen Hamsuns historischem Werk und zeitgenössischen sámi-samischen künstlerischen Stimmen und verband Literatur- und Filmgeschichte mit heutigen Sámi-Perspektiven.

Hamsun durch sámi Gegenstimmen lesen

Ein kürzlich in Utrop am 8. August 2026 veröffentlichter Artikel stellt eine wichtige Frage: Hat das Hamsun-Zentrum begonnen, Hamsun durch Sámi-Gegenstimmen zu lesen?

Die Frage verweist auf einen breiteren Wandel im Umgang mit Hamsuns literarischem Erbe. Statt Sámi-Perspektiven lediglich als zusätzliches Thema oder Element innerhalb eines Programms zu betrachten, können sie auch kritische Blickwinkel bieten, durch die Hamsuns Werke, ihr historischer Kontext und die beschriebenen Landschaften neu betrachtet werden können.

Damit wird die Einbeziehung von Sámi-Stimmen besonders bedeutsam – nicht nur für das Verständnis der Darstellung von Sámi in Hamsuns Schreiben, sondern auch für die Untersuchung kolonialer Geschichte(n) und Machtstrukturen rund um Literatur, Sprache, Land und kulturelle Repräsentation.

Foto: Britt Kramvig

BIRGEJUPMI-Perspektiven in der Diskussion

Besonders interessant war es auch, die Arbeit unseres BIRGEJUPMI-Projektmitglieds Britt Kramvig in diese Diskussion einbezogen zu sehen.

Britt nahm an einem Gespräch mit dem Autor und Künstler Sigbjørn Skåden über Golden Ája Lapland Casino & Motel teil, einem Projekt, das sich mit Sámi-Selbstrepräsentation, dekolonialen künstlerischen Praktiken, Landschaft, Erzählen und Eigentum befasst.

Das Projekt bietet ein überzeugendes Beispiel dafür, wie zeitgenössische sámi-samische Kunstpraktiken etablierte Arten und Weisen in Frage stellen können, Ort, Geschichte und Identität darzustellen. Es wirft auch Fragen darüber auf, wer die Autorität besitzt, Geschichten über Landschaften und Gemeinschaften zu erzählen, und welche Perspektiven historisch ausgeblendet wurden.

Foto: Britt Kramvig

Von der Ergänzung zum kritischen Dialog

Britts Beitrag war Teil eines umfassenderen Programms, das darauf hindeutet, dass sich bei den Hamsundagene etwas Bedeutendes ereignen könnte. Sámi-Perspektiven werden dem Festivalprogramm nicht einfach hinzugefügt; sie werden zunehmend Teil des kritischen Gesprächs über Hamsun, sein literarisches Erbe sowie die in seinem Werk dargestellten Landschaften und Gemeinschaften.

Dies eröffnet produktive Fragen dazu, wie Literatur gelesen und erinnert wird. Was geschieht, wenn etablierte literarische Erzählungen durch indigene Perspektiven betrachtet werden? Wie könnten Sámi-Stimmen unser Verständnis von Werken verändern, die lange Teil des norwegischen Literaturkanons waren? Und wie können zeitgenössische künstlerische Praktiken neue Gespräche mit historischen Texten anstoßen?

Für das BIRGEJUPMI-Projekt stehen diese Fragen in engem Zusammenhang mit unserem Interesse an Sámi-Wissen, kulturellen Praktiken, Selbstbestimmung und den Wegen, auf denen indigene Perspektiven Gespräche über Vergangenheit und Gegenwart prägen können.

Die Hamsundagene boten einen anregenden Raum für diese Diskussionen – und brachten Literatur, Film, Kunst, koloniale Geschichte(n) und zeitgenössische Sámi-Perspektiven zusammen.

Letztlich geht es auch um die Frage, wer die Geschichten prägen darf, die wir erben.

Die Autor:innen danken dem Institute of Advanced Study der Durham University sowie einer Folgeförderung des Durham University Research Impact Funds für Unterstützung.

Diese Seite wurde mit KI übersetzt. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, bitte kontaktieren Sie uns.