Auf unseren jüngsten Reisen durch Alaska und British Columbia verbrachten wir etwas Zeit in Museen. Vom Alaska Native Heritage Center in Anchorage bis zum Museum of Anthropology in Vancouver bot jeder Besuch eine andere Perspektive auf indigene Geschichten, Kulturen und das heutige Leben. Am meisten blieb uns nicht die Sammlung selbst in Erinnerung, sondern eine einfache Frage: Wessen Stimme erzählt die Geschichte? In allen von uns besuchten Museen war ein Trend unübersehbar. Museen erkennen zunehmend, dass sie nicht nur Orte der Bewahrung indigener Kulturerbe sind, sondern auch Orte, die für indigene Gemeinschaften heute von Bedeutung sind. Co-Kreation und indigene Stimmen prägen immer stärker Ausstellungen und Bildungsprogramme. Junge indigene Guides, Künstlerinnen und Künstler, Community-Vermittler, Workshops, Filme und Räume für kulturelle Praxis zeigten, dass Museen viel mehr sein können als Ausstellungshallen. Doch die Art und Weise, wie Museen damit umgehen, unterscheidet sich bemerkenswert.
Im Alaska Native Heritage Center werden Besucher von einem kollektiven indigenen „Wir“ begrüßt. Junge Menschen erklären ihre eigenen Traditionen, Künstler stellen ihre Arbeiten her und verkaufen sie, und Tanz, Spiele sowie Subsistenzpraktiken werden als lebendige Kultur statt als Relikte der Vergangenheit präsentiert. Schwierige Geschichten, etwa das Erbe der Internatsschulen, werden durch persönliche Zeugnisse und indigene Kunst vermittelt, wobei die Besucher zunächst eingeladen sind, zuzuhören. Andere Museen gehen anders vor. Das Museum of the North in Fairbanks verbindet indigene Geschichten, Naturwissenschaften, Geologie und Siedlergeschichte in einer breiten, miteinander verflochtenen Erzählung. Das Morris Thompson Cultural and Visitors Center in Fairbanks, das auch den Sitz von Denakkanaaga beherbergt, einer Organisation der Alaska Native Elders, präsentiert Geschichten indigener Ältester neben Erzählungen über Naturschutz, Tourismus und Ölförderung und lässt unterschiedliche Perspektiven nebeneinander bestehen, ohne sie zu einer einzigen Interpretation zu zwingen. Das Museum of Anthropology in Vancouver beeindruckte uns mit seinen bemerkenswerten Sammlungen, noch mehr aber mit einer kurzen Führung durch eine junge indigene Interpretin. Sie verband Museumsobjekte mit ihrer eigenen Familie und Gemeinschaft und verwandelte sie von historischen Artefakten in Ausdrucksformen lebendiger Beziehungen.
Rückblickend gewannen wir den Eindruck, dass sich Museen inmitten eines tiefgreifenden Wandels befinden. Auch wenn sie sich in ihrem Entwicklungsstand noch stark unterscheiden, scheint die Richtung klar: Indigene Menschen prägen zunehmend, wie ihre eigenen Geschichten, Kulturen und Zukunftsperspektiven dargestellt werden. Statt Überüberindigene Gemeinschaften zu sprechen, lernen Museen Geschichten mit ihnen — und zunehmend