Ida und Stephan wurden mit außergewöhnlicher Großzügigkeit empfangen. Matilda teilte Speisen von einem kürzlichen Familientreffen, darunter von Verwandten zubereiteten Räucherlachs, während sie und Clifford uns Familienerbstücke, Körbe, Masken, Schmuck und andere handgefertigte Objekte zeigten, die über Generationen weitergegeben wurden. Ihr Zuhause spiegelte die Bedeutung von Familie, Erinnerung und kultureller Kontinuität wider.
Ein zentrales Thema ihres Gesprächs war der Lachs. Für Clifford sind Lachse nicht einfach eine Ressource, sondern die Grundlage des Gemeinschaftslebens, der Identität und der Verantwortung. Er sprach über den dramatischen Rückgang der Lachspopulationen und die vielen Belastungen, die auf ihnen lasten, darunter industrielle Fischerei, Fischzucht, Forstwirtschaft, die Zerstörung von Lebensräumen und der Klimawandel. Zugleich betonte er, dass Lachse Flüsse, Ozeane, Gemeinschaften und Nationen miteinander verbinden und ihr Schutz daher sowohl eine ökologische als auch eine politische Herausforderung ist.
Ausgehend von jahrzehntelangem Aktivismus blickte Clifford auf den langen Kampf um indigene Fischereirechte an der Westküste zurück; auf Verhandlungen, Abkommen und Gerichtsverfahren, aber auch auf die häufige Kluft zwischen politischen Zusagen und deren Umsetzung. Trotz dieser Frustrationen war seine Botschaft keine der Resignation. Vielmehr betonte er die Bedeutung von Beharrlichkeit, kollektiven Handelns und langfristigem Engagement.
Ein wichtiger Teil des Gesprächs drehte sich um indigene Governance und Wissen. Clifford vertrat die Ansicht, dass indigenes Wissen nicht lediglich angehört, sondern als gleichwertiger Partner neben wissenschaftlicher Expertise behandelt werden sollte. Entscheidungen über Lachs und Ökosysteme erforderten seiner Meinung nach sowohl lokales Erfahrungswissen als auch wissenschaftliches Verständnis. Ein Thema, das ihn besonders ansprach, war die Erklärung der indigenen Lachs-Völker, die in Karasjok unterzeichnet wurde. Er sprach mit großer Wertschätzung über die Erklärung und hielt sie für ein wichtiges Dokument, das weiter verbreitet und für Bildung und Zusammenarbeit genutzt werden sollte. Er sah darin einen Ausdruck gemeinsamer Verantwortlichkeiten unter indigenen Völkern, deren Leben und Kulturen mit Lachs verbunden sind oder von ihm abhängen. Seine starke Unterstützung für die Erklärung ermutigte uns, weiterhin Verbindungen und Austausch zwischen indigenen Lachsregionen aufzubauen.
Was Ida und Stephan von Clifford und Matilda gelernt haben, geht weit über die Fischereipolitik hinaus. Immer wieder kehrte das Gespräch zur Verantwortung zurück: Verantwortung gegenüber den Vorfahren, den kommenden Generationen, den Flüssen, dem Lachs und der Gemeinschaft. Ihre Reflexionen zeigten, dass Governance nicht nur eine Frage von Institutionen und Vorschriften ist, sondern auch von Beziehungen, Wissen und Rechenschaftspflicht.
Cliffords lebenslanges Engagement für die Rechte indigener Völker und Matildas Einsatz für das Wohlergehen der Gemeinschaft waren eine starke Inspiration dafür, dass bedeutsamer Wandel durch Beharrlichkeit, Großzügigkeit und Fürsorge für zukünftige Generationen entsteht.